Es war ein Elterngespräch, wie es Hunderte stattfinden. Die Lehrerin meiner Tochter sprach vorsichtig von Unaufmerksamkeit, Tagträumerei, Schwierigkeiten dem Unterricht zu folgen. Und ich erinnere mich an den Moment, in dem mir klar wurde: Das kenne ich. Das kenne ich von mir.
Ich hatte gerade erst selbst die Diagnose bekommen. Und jetzt saß ich da und erkannte meine neunjährige Tochter in jedem Satz der Lehrerin.
ADHS ist stark erblich — was das bedeutet
ADHS gehört zu den am stärksten erblich bedingten psychischen Erkrankungen: Studien zeigen eine Erblichkeit von etwa 70–80 Prozent. Wenn ein Elternteil ADHS hat, ist die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass mindestens eines der Kinder ebenfalls ADHS hat. Das ist keine Schuldzuweisung — das ist Genetik. Was es bedeutet: Wenn du selbst eine ADHS-Diagnose hast, lohnt es sich, das Verhalten deiner Kinder mit informierten Augen zu betrachten.
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Den Weg zur Diagnose gehen
Für Kinder und Jugendliche wird ADHS in Deutschland meist durch Kinder- und Jugendpsychiaterinnen oder spezialisierte Kinderärzte diagnostiziert. Der Weg: Zunächst zum Kinderarzt, dann Überweisung zum Spezialisten. Die Diagnose basiert auf Gesprächen, Fragebögen für Eltern und Lehrer und Verhaltensbeobachtungen. Wartezeiten: oft 6–12 Monate auf Kassenbasis. Es lohnt sich, auf mehrere Wartelisten gleichzeitig zu setzen.
Als ADHS-Mutter ein ADHS-Kind begleiten
Deine Stärke: Du verstehst dein Kind von innen
Du weißt, wie es sich anfühlt, sich anzustrengen und trotzdem hinterherzuhinken. Du wirst nicht urteilen — du wirst verstehen. Kinder, die wissen, dass zuhause jemand versteht, wie ihr Gehirn funktioniert, wachsen mit einer fundamentalen Sicherheit auf.
Die Herausforderung: Zwei unregulierte Gehirne
Dein Kind dreht durch — und du bist bereits am Limit. Das ist kein Versagen. Was hilft: "Wir sind beide gerade überwältigt. Lass uns beide kurz Pause machen." Und: Systeme schaffen, die nicht von der Tagesform abhängen — für dich und für dein Kind.
„Dein Kind hat Glück, eine Mutter zu haben, die versteht."
„Du kannst nicht aus einem leeren Glas gießen. Deine eigene Unterstützung ist keine Option — sie ist Voraussetzung."
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